I n i t i a t i v e     G e n t e c h n i k f r e i e     R e g i o n     W o l f h a g e n
   

 

Überblick über die aktuelle Anbausituation in der Landwirtschaft weltweit und hier bei uns in Deutschland:

Der weltweite Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen hat vom Jahr 2009 mit 134 Millionen ha zum Jahr 2010 mit 148 Millionen ha weiter zugenommen. Der Anteil gentechnisch veränderter Pflanzen an landwirtschaftlich genutzter Fläche insgesamt lag 2010 bei 3,0 %.

Zu fast 100 % beschränkt sich der kommerzielle Anbau weiterhin auf die vier Pflanzenarten Soja, mit fast 50 %, gefolgt von Mais, Baumwolle und schließlich Raps.

Zu 90 % findet der weltweite Anbau in nur fünf Ländern statt. Nur eins dieser fünf Länder liegt außerhalb des amerikanischen Kontinents. Ganz vorne mit fast 50 % liegen die USA, dann kommen die Südamerikaner mit Brasilien und Argentinien und schließlich Indien und Kanada.

 

     
   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   
     

 

Innerhalb der EU beschränkte sich der kommerzielle Anbau bis 2009 auf gentechnisch veränderten Mais. Dieser wurde 2009 noch auf einer Fläche von insgesamt knapp 95.000 ha angebaut, ging im Jahr 2010 dann aber auf eine Fläche von unter 91.200 ha zurück.  Die mit Abstand größte kommerzielle Anbaufläche in der EU findet man auch weiterhin mit über ca.76.500 ha (2009) in Spanien. Die 3000 ha Anbaufläche in Polen sind kein offiziell bestätigter Wert, wurde aber bei entsprechenden Angaben als Schätzwert angegeben.

In Deutschland wurde Mitte April 2009 von der Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) die EU-Schutzklausel verhängt. Dadurch wurde deutschlandweit der Anbau der einzigen zu der Zeit in der EU im kommerziellen Anbau genutzten gentechnisch veränderten Maissorte MON 810 der Firma Monsanto verboten. Auch das entsprechende Saatgut durfte nicht mehr verkauft werden. Begründet hat Frau Aigner dieses Verbot unter anderem damit, "dass es berechtigten Grund zu der Annahme gibt, dass der genetisch veränderte Mais der Linie MON 810 eine Gefahr für die Umwelt darstellt" Dieses Verbot hat seit dem Bestand, auch für das Jahr 2011..

 

Vor dem Verbot im Jahr 2008 wurden in Deutschland gentechnisch veränderter Mais noch an 200 Standorten auf einer Fläche von ca. 3.170 ha angebaut. Dies entsprach etwa 0,15 % der Gesamtanbaufläche für Mais und etwa 0,019 % der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche in Deutschland. Zu über 99 % fand der Anbau in den neuen Bundesländern statt. Hier bei uns in Hessen gab es bereits 2008 keinen kommerziellen Anbau von GVO mehr.

 

     
     

   
     

 

Seit März 2010 ist die gentechnisch veränderte Stärkekartoffel Amflora der Firma BASF von der EU-Kommission zum Anbau zugelassen. Sie wurde 2010 in drei europäischen Ländern angebaut.: In Deutschland (Mecklenburg-Vorpommern) auf ca. 15 ha, in Tschechien auf ca.150 ha und in Schweden auf ca. 80 ha. Im Jahr 2011 ging der Anbau schon wieder deutlich zurück. In Deutschland wurde nur noch auf 2 ha (Sachsen-Anhalt) angebaut, in Schweden auf ca. 15 ha reduziert und in Tschechien der Anbau vollständig eingestellt.

In erster Linie ist die Kartoffel zur Gewinnung von Industriestärke vorgesehen. Durch sie soll beim Verarbeitungsprozess Energie und Wasser gespart werden.

Diese gentechnisch veränderte Kartoffel  ist u. a. umstritten, weil ihr ein Antibiotikaresistenzgen als Markergen eingebaut wurde. Laut EU-Freisetzungsrichtlinie sollen solche Pflanzen eigentlich gar nicht mehr angebaut werden

Die EU-Kommission will des Weiteren die Abfälle generell als Futtermittel und eine Verunreinigung von 0,9 % in Lebensmitteln zulassen.

Da es für die Amflora derzeit  zwei aus konventioneller Züchtung entstandene Alternativen für die industrielle Nutzung gibt, bleibt hier zu fragen, wie sich die Inkaufnahme potentieller Risiken der gentechnisch veränderten Kartoffel rechtfertigen lässt. Zudem lehnen die großen deutschen Stärkeproduzenten eine Verarbeitung der Amflora ab.

 

 

In Deutschland werden aber auch im Versuchsanbau (Freisetzung) gentechnisch veränderte Pflanzen wie Kartoffeln, Zuckerrüben, Weizen und Mais eingesetzt.  Jedoch hat sich auch hier die Freisetzung von im Jahr 2007 mit über 65 ha zu weniger als 7,5 ha im Jahr 2011 deutlich reduziert.

 

 

Der Markt für das gentechnisch veränderte Saatgut ist zu fast 100 % in der Hand von 6 multinationalen Konzernen der Agro-Gentechnik. Als Marktführer ist hier das amerikanische Unternehmen Monsanto zu nennen, aber auch die Deutschen gehören mit Bayer CropScience und BASF Plant Science dazu. Die 6 Konzerne haben nicht nur den „Löwenanteil“ des Marktes für gentechnisch verändertes Saatgut in der Hand sondern gehören auch zu den weltweit führenden Pflanzenschutzmittelunternehmen.