| I n i t i a t i v e G e n t e c h n i k f r e i e R e g i o n W o l f h a g e n | |||||
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Was ist eine Gentechnikfreie Region (GfR)? Eine Gentechnikfreie Region ist ein Gebiet in dem die Bewirtschafter in der Flächennutzung wissentlich keine gentechnisch veränderten Kulturen verwenden. Darüber hinaus kann eine zusätzliche Verpflichtung vereinbart werden, im Bereich der Tierhaltung keine gentechnisch veränderten Futtermittel einzusetzen. Um als Gentechnikfreie Region anerkannt zu werden muss eine zusammenhängende Fläche gentechnikfrei bewirtschaftet werden bzw. einen Anteil von mindestens 2/3 der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche des Gebietes betragen. Als gentechnikfreie Regionen können beispielsweise Teilregionen innerhalb einer Gemeinde bezeichnet werden, aber auch Regionen, die mehrere Gemeinden oder z.B. einen Landkreis umfassen. Die gentechnikfreie Flächennutzung und Erzeugung muss dabei sowohl für die beteiligten Landwirte als auch für den Absatzmarkt und die Verbraucher einen verbindlichen und nachvollziehbaren Charakter haben. Dies wird durch unterschriebene freiwillige Selbstverpflichtungserklärungen mit einer Gültigkeit von mindestens einem Jahr und einer nachvollziehbaren Dokumentation erreicht. Nach erfolgreicher Gründung wird die Gentechnikfreie Region auf der Internetseite der Koordinationsstelle registriert. Diese Koordinationsstelle wird vom Bund für Umwelt und Naturschutz e.V. (BUND) betrieben und von der Arbeitsgemeinschaft bäuerlicher Landwirtschaft e.V. (AbL) unterstützt.
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Wie viele Gentechnikfreie Regionen gibt es bei uns in Deutschland? Deutschlandweit haben sich bis August 2011 über 30.300 Landwirte einer Gentechnikfreien Region oder Gentechnikfreien Initiative (eine im Aufbau befindliche Gentechnikfreie Region, bei der die benötigte Fläche noch nicht erreicht wurde, unterschriebene Selbstverpflichtungserklärungen von Landwirten aber bereits vorliegen) angeschlossen. Ingesamt sind 207 Gentechnikfreie Regionen/ Initiativen deutschlandweit registriert, die zusammen eine Landwirtschaftliche Fläche von mehr als 1.102.000 ha umfassen. Somit werden inzwischen über 6% der gesamten Landwirtschaftsfläche Deutschlands (im Jahr 2008 ca. 16 925 000 ha) anhand einer unterschriebenen Selbstverpflichtungserklärung als bewusst gentechnikfrei bewirtschaftet ausgewiesen. Allein in Hessen existieren bereits 16 GfR (zählt man hier das Biosphärenreservat Rhön dazu, welches Gebiete Bayerns, Hessens und Thüringens umfaßt) und zahlreiche Initiativen zur Gründung einer GfR (z.B. im Werra-Meißner-Kreis).
Was heißt das für die geplante Gentechnikfreie Region Wolfhagen? Wolfhagen (Kernstadt und Stadtteile) besitzt laut Hessischem Statistischem Landesamt eine Landwirtschaftsfläche von ca. 5860 ha (März 2010). Zu den Landwirtschaftsflächen zählen Ackerland, Grünland, Gartenland, Weingarten, Moor, Heide, Obstanbauflächen, Landwirtschaftliche Betriebs-flächen und Brachflächen, welche als solche registriert sind. Um als eine Gentechnikfreie Region anerkannt zu werden müssten somit von den Bewirtschaftern Selbstverpflichtungserklärungen über knapp 3910 ha bewußt gentechnikfrei bewirtschaftete Flächen unterschrieben werden. Zur Zeit (Stand September 2011) liegen der Initiative Gentechnikfreie Region Wolfhagen 31 unterschriebene Selbstverpflichtungserklärungen über mehr als 1.000 ha Landwirtschaftsfläche vor (gesammelt seit Dezember 2007). Seit November 2009 erfüllt Altenhasungen als erste Wolfhager Gemarkung die Bedingungen zur "echten" Gentechnikfreien Region. Hier haben 16 Landwirte eine Fläche von über 315 ha als gentechnikfrei bewirtschaftet unterzeichnet. |
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Was ist mit
den Futtermitteln?
Der Verpflichtungsumfang der
Selbstverpflichtungserklärungen der Initiative Gentechnikfreie Region
Wolfhagen umfasst den Pflanzenanbau und die Futtermittel in der
tierischen Erzeugung, ausgenommen Soja.
Bezüglich des Futtermittels
Soja bei der Tierhaltung können und wollen wir bis auf weiteres nur
informieren bzw. Kontakte vermitteln.
Angestrebt ist hier, dass sich die Landwirte langfristig auch diesem
Bereich öffnen und es bei ausreichendem Interesse beispielsweise zur
Gründung einer regionalen Einkaufsgemeinschaft von GVO-freiem Soja kommt.
Nach dem neuen
Gentechnikgesetz können tierische Erzeugnisse wie Fleisch, Milch und
Eier nun mit dem Label "ohne Gentechnik" gekennzeichnet werden, wenn die
Tiere mit GVO-freien Futterpflanzen gefüttert wurden. Wir denken, dass
dies den Landwirten, die sich für die Fütterung mit GVO-freiem Soja
entscheiden, in Zukunft unter anderem auch wirtschaftliche Vorteile
bringen wird.
Auf der Seite "Links" kann man
sich unter der Adresse der Zivicourage Vogelsberg eingehender zum Thema
"GVO-freie Futtermittel" informieren und auch entsprechend qualifizierte
Ansprechpartner vorfinden. Generell sind auch wir gerne zur Vermittlung
von Kontakten und Beschaffung von Informationsmaterial bereit, sofern es
in unseren Möglichkeiten liegt.
Was
steht in der Selbstverpflichtungserklärung zur Schaffung einer
"Gentechnikfreien Region
Wolfhagen"?
In der unteren Abbildung ist
das Muster unserer Selbstverpflichtungserklärung zur Ansicht eingefügt.
Bewirtschafter von Landwirtschaftsflächen, die bereit wären diese
Selbstverpflichtungserklärung zu unterschreiben, bitten wir, mit uns in
Kontakt zu treten.
Es ist uns wichtig, mit
unserem Vertrag den Landwirt nicht zwingend über längere Zeiträume zu
binden. Wir setzen hier auf die Bildung von Bewusstsein und die
selbstverantwortliche, aktive Auseinandersetzung mit dem Thema. Es liegt
in der Verantwortung jedes einzelnen, sich jedes Jahr erneut für oder
gegen eine "Gentechnikfreie Region Wolfhagen" zu entscheiden. |
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